Berufsausbildung bei der Stadt Wien


© PID/Jacky Zoe

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Als eine der größten Arbeitgeberinnen Österreichs setzt die Wiener Stadtverwaltung auf qualifizierte Lehrlingsausbildung nach modernsten Standards. Ab sofort stehen alle verfügbaren Lehrstellen mit Lehrzeitbeginn Ende August 2023 online auf der Karriereseite der Stadt Wien bereit: jobs.wien.gv.at/lehre

Auszubildende der Stadt Wien lernen abhängig vom Berufsbild die unterschiedlichsten Arbeitsgebiete einer Stadtverwaltung kennen. In mehr als 20 verschiedenen Lehrberufen wird derzeit ausgebildet. Abwechslungsreiche Aufgaben in der Praxis und in der Berufsschule zu meistern, lernen momentan rund 600 Lehrlinge bei der Stadt Wien, die mit ihrem Lehrlingsmanagement vor Kurzem zum dritten Mal in Folge als TOP-Lehrbetrieb ausgezeichnet wurde. Der Leiter des Lehrlingsmanagements der Stadt Wien, Christian Schendlinger: „Die Ausbildung des eigenen Nachwuchses ist ein Kernelement in der Personalstrategie. Da geht es nicht nur um die Erhaltung einer Tradition, sondern vielmehr um die Bewältigung der kommenden Herausforderungen vor dem Hintergrund der herannahenden Pensionierungswelle.“ Die Lehrlinge der Stadt sind unentbehrliche Mitarbeiter*innen, die in verschiedenen Front-Offices der Magistratischen Bezirksämter ebenso tätig sind wie in Serverräumen, Entwicklungslabors Labors oder Werkstätten. Die Stadt achtet freilich auch im Angebot an Lehrstellen auf zeitgemäß Anforderungen. Ab der nächsten Lehrzeit können junge Menschen den Lehrberuf Prüftechniker*in ansteuern und dabei aus zwei Schwerpunkten wählen: Baustoffe und Physik. Gerade für junge Frauen ist das eine gute Möglichkeit, um eine Karriere in einem technischen Beruf zu starten.

Bewirb dich am besten gleich auf: jobs.wien.gv.at/lehre
Bis 31.12.2022 bzw. 31.01.2023 – je nach Lehrberuf – hast du Zeit, die Bewerbungsunterlagen zu erstellen und alle Voraussetzungen zu erfüllen.

Lehrberuf Forstfacharbeit: Die dreijährige Lehrzeit findet zur Hälfte in Wien und zur anderen Hälfte im Quellenschutzgebiet in Niederösterreich und der Steiermark statt. Der für die Lehrlinge zuständige Bereichsleiter Günther Annerl des Forst- und Landwirtschaftsbetriebs (MA 49) betont, dass die körperlich sehr anspruchsvolle Tätigkeit massiv Teamarbeit erfordert und sich die jungen Menschen bewusst sein müssen, dass sie auch bei schlechtem Wetter und jeder Temperatur draußen sind.

© Stadt Wien/Jacky Zoe

Daniel (17), im dritten Lehrjahr, arbeitet in den Wiener Wäldern bei der Aufforstung und bei der Waldpflege mit. „Meine Lieblingsaufgabe ist definitiv das Schlägern. Da geht es um die klassische Holzernte, also auch um das Herausbefördern des Holzes aus dem Wald“, sagt er stolz. „Das Prägendste für mich war bisher das Arbeiten in steilen Gebieten im Bereich der Forstverwaltung Quellenschutz.“ Auch heikle Situationen sind dem 17-Jährigen nicht fremd. „Diese machen einem bewusst, wie gefährlich dieser Beruf eigentlich ist, und man lernt, auf sich aufzupassen und vorsichtig zu arbeiten.“

Lehrberuf Kraftfahrzeugtechnik: In der vier Jahre dauernden Lehrzeit dieses Lehrberufs bei der Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) sind viele Aufgaben zu lernen: von der Wartung und Reparatur von Nutzfahrzeugen wie etwa Müllwägen, Streuwägen und kleinen Kehrmaschinen bis zu Magistratsfahrzeugen wie Transportern oder normalen PKW.

© PID/Jacky Zoe

Daniel (23) ist im 2. Lehrjahr: „Am liebsten zerlege ich Motoren und baue sie wieder zusammen. Gerne fertige ich auch Pläne für Teile, Skizzen oder Schaltpläne an. Das Reparieren von defekten Teilen und die Wiederinstandsetzung von Systemen machen mir ebenso großen Spaß. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man ein Fahrzeug in Betrieb nimmt und es wieder einwandfrei läuft.“ Er freut sich schon auf die schweren LKW, die in seinem nächsten Lehrjahr auf dem Ausbildungsprogramm stehen. Es sind Tätigkeiten, die viel Kreativität und Wissen erfordern, ebenso ist der Lehrling sich der großen Verantwortung bewusst, die eine Autoreparatur mit sich bringt. Das Schöne an seinem Lehrberuf: „Jeder Tag bringt neue Aufgabenstellungen mit sich, das kann der Metallgrundlehrgang sein, Zerlegen von Motoren, Arbeiten an der Elektriksteckwand, der Schweißkurs oder auch die Zuteilung in die diversen Werkstätten, um die Facharbeiter zu unterstützen, zum Beispiel beim Prüfen von Gasfahrzeugen, Anfertigung von Teilen für die individuellen Fahrzeugkonstruktionen oder der ,Pickerl‘-Überprüfung.“

Neuer Lehrberuf Prüftechnik: Einen vollkommen neuen Lehrberuf bietet die Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle (MA 39) mit nächstem Herbst an. Im Bereich der Prüftechnik können Jugendliche ihre Lehre mit den Schwerpunkten Baustoffe und Physik beginnen. Die Lehrlingsausbilder Andreas Tichy und Dieter Werner haben in der dreieinhalbjährigen Lehrzeit viel vor: „Die Lehrlinge mit Schwerpunkt Baustoffe entnehmen Proben und prüfen zum Beispiel Baumaterialien wie Stahl, Beton oder Großbauteile auf Festigkeit“, so Tichy: „Gerade für technisch Interessierte, mit exakter Arbeitsweise und dem Wunsch neue Geräte auszuprobieren, bietet die Lehre einen guten Einstieg in den Beruf.“ Für Jugendliche, die sich mehr für die physikalischen Eigenschaften von Bauteilen interessieren, empfiehlt sich der Schwerpunkt Physik. „Bei uns stehen zum Beispiel die Untersuchung von Brandbeständigkeit oder Schalldämmung im Fokus“, erklärt Werner. Ein großer Teil der Tätigkeiten findet im Labor statt. Dort werden Prüfergebnisse ausgewertet und interpretiert, oder es wird mit neuen Prüfmethoden experimentiert.

Lehrberuf Applikationsentwicklung-Coding: Bei Wien Digital (MA 01) lernen die jungen Menschen in der 4-jährigen Lehrzeit nicht nur programmieren, sondern den gesamten Softwarelebenszyklus von der Analyse der Anforderung über Design bis zum Support im Detail kennen und werden nach Abschluss des Lehrberufes in der Lage sein, in Teams, aber auch eigenständig Software-Projekte abwickeln zu können. Die Hauptaufgaben sind einerseits das Aneignen von der Theorie durch Ausbildner*innen oder Mitarbeiter*innen im Haus, und andererseits das Anwenden dieses Wissens in Form von kleinen Projekten in Teamarbeit.

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Lehrling Rayan (19), der im 2. Lehrjahr viel Freude am Lernen und Programmieren hat, vor allem in Teamarbeit: „Mir gefällt es am besten, mit den anderen Lehrlingen ein neu erlerntes Tool zum ersten Mal anzuwenden, und damit als Gruppe etwas komplett Neues zu erschaffen. Es ist wirklich magisch, zurückzublicken und zu realisieren, wie schnell man so weit gekommen ist. Ich liebe die Einsichten, die man im Laufe der Zeit bekommt, wie diverse Software, die man sich nie hätte erklären können, eigentlich funktioniert."

Lehrberuf IT-Systemtechnik: Im 2. Lehrjahr bei Wien Digital (MA 01) ist der 17-jährige Laurin und lernt in der 4-jährigen Lehrzeit alles über Netzwerke, Server-, Datenspeicher- und Back-up-Systeme und wie er die Systeme konzipiert und plant. Er erfährt, welche Hardware eingesetzt wird, wie sie aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Dabei hat er auch mit Kund*innen zu tun und eignet sich umfangreiches Wissen an, wie Berechtigungskonzepte zu erarbeiten und wie Verzeichnisdienste einzurichten sind.

© Stadt Wien/Jacky Zoe

Lehrberuf Vermessungstechnik: Die Lehrzeit von dreieinhalb Jahren verbringt man in der Stadtvermessung (MA 41), sehr viel davon im Außendienst. Der Lehrberuf verlangt gute Orientierung und mathematische Fähigkeiten gleichermaßen. Dabei ist man viel im Freien unterwegs, um die Stadt mit elektronischen Messgeräten wie Tachymeter, Nivellier, GPS und Laserscanner zu erfassen.

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„Ich bin derzeit in der Mehrzweckkartenvermessung, wo wir für die Stadtkarte vermessen", sagt Hanna, die ihre Lehre erst im September begonnen hat.Mit Begeisterung bringt sie „die Natur auf den Plan“ und lernt auf diese Weise „jeden Tag Wien ein bisschen besser kennen“. Nach der Besprechung zu Dienstbeginn bereitet sie sich auf den Außendienst vor, wie zum Beispiel Pläne ausdrucken, Festpunkte auf dem Plan suchen und sich über das Gebiet informieren. Dann geht es hinaus ins Freie, wo Häuser, Bäume, Hydranten, Kanaldeckel, Masten und noch vieles mehr vermessen werden. Dabei steht sie beim Messgerät, oder sie geht mit dem Lotstab und definiert damit die Punkte, die aufgenommen werden sollen, wie Hausecken oder Bäume. Zurück im Büro werden die gewonnenen Messdaten auf dem Computer mit speziellen Berechnungsprogrammen weiterverarbeitet. Anschließend werden mit CAD-Programmen genaue Pläne erstellt. „Somit hat man gleich das Ergebnis, ob alles richtig aufgenommen worden ist“, berichtet die 19-Jährige. Ihr Tipp für die neuen Kolleg*innen in diesem Lehrberuf: „In diesem Beruf sollte man sehr genau sein, gern in der Natur arbeiten – bei jedem Wetter, aber auch die Büroarbeit mögen.“

Lehrberuf Geoinformationstechnik: In der Stadtvermessung (MA 41) dauert die Lehrzeit drei Jahre. Die Lehrlinge sollten sich für die Gestaltung von geografischen Daten interessieren. Sie lernen Karten und Pläne zu erstellen wie auch die Erfassung und Analyse von raumbezogenen (Geo-)Daten. Die Hauptaufgaben sind neue Geodaten zu digitalisieren, die Grundkarte für den Stadtplan zu bearbeiten und Karten zu erstellen sowie in der Photogrammetrie die Luftbilder auszuwerten.

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Die 18-jährige Lorena ist im 3. Lehrjahr und arbeitet sehr gern in ihrem Büro am Computer: „Ich bin im Innendienst und arbeite hauptsächlich mit einer GIS-Software. Das ist ein Programm zum Verwalten und Bearbeiten von geografischen Daten und auch zum Erstellen von Karten. Am liebsten bearbeite ich die Flächenmehrzweckkarte oder werte in der Photogrammetrie die Luftbilder aus.“ Abgesehen davon, dass man gern vor dem Computer sitzen sollte, gehört auch räumliches Verständnis dazu, da man hauptsächlich mit raumbezogenen Daten zu tun hat. Ein gutes Gespür für Farben und Karten ist auch von Vorteil.

Lehrberuf Verwaltungsassistenz: Keine Magistratsdienststelle kann auf diese Lehrlinge verzichten. Die jungen Damen und Herren lernen in drei Jahren Lehrzeit sehr unterschiedliche Aufgaben und Dienststellen kennen. Denn nur im Büro zu sitzen und Akten zu schlichten war vorgestern. In den Büroräumlichkeiten der Stadt Wien wird online recherchiert, werden Kund*innen-Anfragen in verschiedenen Front-Offices beantwortet, Termine verwaltet und Anliegen erledigt – manchmal alles fast gleichzeitig, und dabei sollte man freundlich und gelassen bleiben. Die Tätigkeiten sind dabei so unterschiedlich wie die Aufgabenbereiche der Stadt selbst.

© PID/Jacky Zoe

Fabienne ist gerade 18 geworden und im 3. Lehrjahr bei Wien leuchtet (MA 33) im 11. Bezirk tätig, wo sie von Anfang an als vollwertiges Teammitglied in alle Aufgaben eingebunden war. So hat sie schon sehr viel gelernt und übernimmt Arbeiten selbstständig. Zu ihren Hauptaufgaben gehört zum Beispiel der Kontakt zu anderen Firmen: „Vor Bauvorhaben werden die Zahlungen von Firmen in Erfassungsblättern eingetragen und an die Buchhaltung geschickt. Nach der Prüfung gebe ich dem Regionalmanager oder Werkmeister Bescheid, dann erst kann der Bau beginnen. Alle Vorgänge werden im ELAK protokolliert und gespeichert“, schildert Fabienne ihre verantwortungsvolle Aufgabe. Sie schätzt die Herausforderung und die große Abwechslung. „Wenn man bei der Stadt Wien arbeitet, muss man offen für Neues sein, weil man verschiedene Aufgabengebiete hat und in der Lehrzeit drei Dienststellen kennenlernt und so die Vielfalt der Stadt Wien sehen kann“, sagt die 18-Jährige.

 

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