Eine Investition in die Zukunft

Lehrausbildung. Die Lehre ist der perfekte Einstieg ins Berufsleben, denn Fachkräfte sind in den heimischen Unternehmen begehrt.


© Daniel Sack

Die Unternehmen investieren bei der Lehrlingsausbildung also in die eigene Zukunft. Ende 2019 bildeten in Österreich rund 30.000 Betriebe 109.111 Lehrlinge aus.

Die Ausbildung von Lehrlingen hat in Österreich eine lange Tradition. Und gerade in Zeiten von Fachkräftemangel ist die Ausbildung im Betrieb sehr wichtig – denn der Lehrling von heute ist die Fachkraft von morgen. Schließlich wird mit der Absolvierung einer Lehre eine qualifizierte und vollständige Berufsausbildung erworben. Die Unternehmen investieren bei der Lehrlingsausbildung also in die eigene Zukunft. In den letzten Jahren war das Interesse der Jugendlichen an einer Lehrausbildung gesunken. Immer mehr wählten den Weg in eine AHS. Zurzeit beginnen jeweils rund 40 Prozent der Jugendlichen eines Jahrganges eine Lehrausbildung. Lehrlinge sind also gefragt.

Ende 2019 bildeten rund 30.000 Betriebe 109.111 Lehrlinge aus. Bedingt durch die Corona-Krise werden von den Unternehmen heuer weniger Lehrlinge aufgenommen, das Angebot ist österreichweit, laut AMS, um 12,8 Prozent zurückgegangen. .

Eine Chance geben
Gerald Fleischmann, Generaldirektor der Volksbank Wien AG, weiß wie wichtig es ist, Jugendlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt einzuräumen: „Die Volksbank hat ein vielfältiges Angebot, um junge Menschen durch Lehrberufe auszubilden. Uns ist es wichtig, dass wir diese bedeutende bildungs- und gesellschaftspolitische Verantwortung übernehmen und die nächste Generation beim Einstieg in den Berufsalltag unterstützen.“

Intensive Lehrlingssuche
Um die passenden Lehrlinge zu finden und auszuwählen, lassen Unternehmen fast nichts unversucht. „Wir suchen das ganze Jahr über auf allen Kanälen, auf denen man die Jugendlichen und auch ihre Eltern antreffen kann. Das reicht von Social-Media-Aktivitäten, über Zeitungsinserate und Jobmessen. Wir haben auch einen TV-Spot zur Lehrlingsakquise“, erklärt Nicole Berkmann von Spar. Für die Auswahl der Lehrlinge sind gute Schulnoten von Vorteil, aber sie sind nicht der wichtigste Faktor. „Wir bieten bei Spar eine weit über das normale Berufsschulmaß hinausgehende, praxisbezogene Ausbildung. Das bedeutet, wir bringen den Lehrlingen alles bei, was sie wissen müssen, um sich nach der Lehre auch noch weiter entwickeln zu können. Man sollte die Grundrechenarten beherrschen, gutes Deutsch in Wort und Schrift mitbringen und ein grundsätzliches Interesse am Lernen haben. Für den Handel ist außerdem entscheidend, dass man ein sauberes, gepflegtes Erscheinungsbild mitbringt“, so Nicole Berkmann. Jedes Jahr beginnen rund 900 Jugendliche ihre Berufslaufbahn bei Spar. Damit ist das Unternehmen Österreichs größter privater Lehrlingsausbildner.

Tobaccoland bildet derzeit insgesamt drei Lehrlinge aus, einen im Bereich Mechatronik Automatisierungstechnik und zwei Bürokauffrauen. Auch hier zählen Voraussetzungen jenseits des Notendurchschnitts. „Freundliches und offenes Auftreten, sehr gute Umgangsformen und Höflichkeit, wirkliches Interesse an der ausgeschriebenen Position und der Wunsch sich in die Arbeit miteinbringen zu können, Verlässlichkeit, Genauigkeit und Hands-On-Mentalität, Neugierde und hohe Lernbereitschaft“, nennt Johannes Lumesberger, People & Culture Director tobaccoland, die Eigenschaften, die ein Lehrling bei JTI mitbringen soll.

Zukünftige Lehrlinge der Volksbank sollten verantwortungsbewusst und lernbereit sein und Interesse an wirtschaftlichen Themen und an der Zusammenarbeit mit Menschen haben. Auch motivierte, ambitionierte Schulabbrecher einer weiterführenden, wirtschaftlichen, Schule haben gute Chancen als Lehrlinge aufgenommen zu werden. Die Bewerber werden dann zu einem Test und einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Die Volksbank Wien AG wurde 2019 von der WKO als Top Lehrbetrieb ausgezeichnet. Diese Auszeichnung zeigt potenziellen Lehrlingen, dass der Betrieb über langjährige fundierte Ausbildungserfahrung verfügt und mit besonderem Engagement ausbildet.

Benefits & Karriere
Um Jugendliche als Lehrlinge ins Unternehmen zu holen und zu halten, bieten Unternehmen betriebsinterne Schulungsprogramme und freiwillige Sozialleistungen. So erhalten Lehrlinge bei Spar bei guten Leistungen zum Gehalt Prämienzahlungen. Wer in der gesetzlichen Lehrzeit sehr gute Beurteilungen im Markt erhalten hat und in der Schule Vorzugszeugnisse mit Auszeichnung erhält, bekommt vom Unternehmen den B-Führerschein bezahlt.

In der hauseigenen Spar-Akademie stehen neben einer praxisnahen Ausbildung und den üblichen Fächern seit vielen Jahren „Kulturpflege“ oder Methoden aus der Schauspielerei für die Persönlichkeitsentwicklung als Unterrichtsgegenstände auf dem Stundenplan.

Um die Bedeutung von Sozialleistungen und Karrierechancen weiß man auch bei JTI. „Mit diesen Dingen können Unternehmen punkten, um eben genau die geeigneten Lehrlinge fürs Unternehmen anzusprechen, zu finden und längerfristig an das Unternehmen zu binden“, so Johannes Lumesberger und weiter: „Lehre ist eine tolle Chance – sowohl für Lehrlinge als auch Unternehmen. Schade ist es, dass diese duale Ausbildung meist nicht so wertgeschätzt wird, wie es eigentlich der Fall sein sollte“.

Autor: Helene Tuma

 

Zurück