Green Jobs verbinden gute Berufsaussichten mit Klimaschutz

Umweltschutz. Da immer mehr Unternehmen umwelt- und ressourcenschonend arbeiten und produzieren, entstehen immer mehr neue Berufsbilder und Lehrberufe mit einem klaren Nachhaltigkeitsfokus

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Immer mehr Menschen möchten mit ihrem Job aktiv zum Umweltschutz beitragen

In Zeiten zunehmender Umweltverschmutzung, globaler Erwärmung und Rohstoffknappheit gewinnt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung. Auch Unternehmen müssen sich der Verantwortung in diesem Bereich stellen und umdenken. Durch den Einzug von Nachhaltigkeit und Umweltschutz in die Arbeitswelt entstehen immer mehr sogenannte Green Jobs. Die Europäischen Union (EU) definiert Green Jobs als Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Damit leisten sie einen Beitrag zu einem Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die biologische Vielfalt erhalten und das Ökosystem schonen. Diese Arbeitsplätze findet man in den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft, wie zum Beispiel erneuerbare Energien, nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie Wasser- und Abwassermanagement sowie Recycling und Abfallmanagement.
Berufe mit hohem Qualifikationsniveau gehören ebenso dazu wie Lehrberufe oder Hilfsarbeiten. Bereits bestehende Berufsbilder wandeln sich durch die neuen Anforderungen und in naher Zukunft werden auch vermehrt neue Lehrberufe mit einem klaren Nachhaltigkeitsfokus entstehen.

Neue Berufsbilder
Ressourcensparendes, effizientes Bauen, Re- und Upcycling oder Natural Living haben längst in der Baubranche Einzug gehalten und für ein breites Umdenken gesorgt. Sukzessive haben sich auch neue Berufsbilder herauskristallisiert. Es werden vermehrt Experten für die Bereiche Green Building, Energieeffizienz oder Sustainability (Nachhaltigkeit) gesucht.

„Green Jobs bilden das Fundament einer ganzheitlichen Betrachtungsweise, über alle Projekt und Lebensphasen hinweg. Wir bei Porr sind Vorreiter der Ökotechnik und Vorbild beim Naturschutz. Wir optimieren Baumaßnahmen bereits vollumfänglich hinsichtlich Bauökologie, überprüfen Konzepte und unterbreiten alternative Ansätze“, erklärt Martina Auer-Klass, Head of HR Österreich, Porr. Das Unternehmen übernimmt auch relevante bauphysikalische Berechnungen und kümmert sich um die Abwicklung bei notwendigen Zertifizierungsstellen. „Carbon Management und die Analyse von Lebenszyklen gehören ebenfalls zu unserem nachhaltigen Bauplanungsprozess. In all diesen Bereichen sind bei der Porr Green Jobs zu finden - somit sind alle unsere Positionen zu einem gewissen Grad Green Jobs.“

Erneuerbare Energien
Auch der Ausbau erneuerbarer Energien schafft „grüne“ Arbeitsplätze, denn erneuerbare Energietechnologien verzeichnen einen extrem hohen Innovationsgrad womit ein steigender Bedarf an Fachkräften einhergeht. Schätzungsweise gibt es dank der erneuerbaren Branche weltweit etwa 7,7 Millionen Arbeitsplätze, wobei die meisten im Bereich der Fotovoltaik- und Solarindustrie vergeben sind. Ein Trend, den man auch in Österreich erkennt: Bis zum Jahr 2030 werden, laut des Bundesverbands Photovoltaic Austria, rund 200.000 Arbeitsplätze alleine in der PV-Branche geschaffen.

 

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Bei Wien Energie entstehen durch Erneuerbare Energien wie Fotovoltaik neue „grüne“ Arbeitsplätze

Aus- und Weiterbildung
Die Entwicklung hin zu Green Jobs bedeutet aber nicht nur für die Unternehmen neue Herausforderungen, sondern auch für die Arbeitskräfte. Um einem Facharbeitermangel vorzubeugen, investieren Unternehmen verstärkt in betriebsinterne Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. „Im Porr internen Schulungsangebot spielt das Thema der Nachhaltigkeit eine große Rolle. Hier werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise über Gebäudezertifizierungssysteme, Neuerungen im Normenwesen oder auch Umwelt- und Abfallmanagement geschult“, so Auer-Klass.

Auch bei den Ausbildungen am FH Campus Wien geht verstärkt um Green Jobs. Das Masterstudium Green Mobility thematisiert die Elektromobilität als ganzheitliches Konzept für den Individualverkehr und schafft damit eine Basis, um diese in Österreich zu etablieren. Die Besonderheit dieses Studiums stellt die Kombination mit ökonomischem, ökologischem und rechtlichem Know-how dar. „Das Coolste für mich an dem Studium ist der praxisnahe Unterricht. So gibt es im 3. Semester zum Beispiel eine Vorlesung, wo jede Woche ein Vertreter einer spezifischen Branche zu Gast ist und dort Projekte oder Jobmöglichkeiten vorstellt, die man vorher noch gar nicht kannte“, erklärt Martin Pinter, der im 4. Semester Green Mobility studiert.

Etwas Gutes tun
Doch nicht nur bei der Wirtschaft hat ein Umdenken hin zur Umwelt- und Ressourcenschonung stattgefunden, sondern auch bei den Arbeitnehmern. „Aus meiner Sicht von Employer Branding & Corporate Culture ist das Thema Green Jobs eines, das unmittelbar am Purpose, also dem wofür oder wozu hängt. Das heißt, Menschen wollen, wenn sie schon viel Zeit im Job verbringen, dass ihre Tätigkeit einen positiven Impact auf die Welt als Ganzes hat. Es ist auch wichtig, dass es für sie persönlich Sinn macht. So gesehen sind Green Jobs auf alle Fälle im Kommen“, erklärt Karin Krobath von identifier und weiter: Das hat einen hohen Stellenwert, besonders bei den jungen Menschen, aber auch durchaus bei den 50-jährigen, die sogar neue Job-Wege gehen“, so Krobath.

Autor: Helene Tuma

 

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