Homeoffice - die unerlässliche Alternative

Regelung. Heimarbeit ist nicht mehr im Dornröschen-Schlaf
 


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„Der Gesetzesentwurf der Regierung legt die wichtigen Eckpunkte zum Homeoffice fest“
Thomas Hofer-Zeni, Rechtsanwalt

 

Die Notwendigkeit einer raschen Umsetzung des Homeoffice führte dazu, dass rechtliche Rahmenbedingungen fehlten. In der Zwischenzeit wurden durch die Regierung steuerliche Erleichterungen geschaffen, und liegt nun auch ein Gesetzesentwurf vor, der wichtige Eckpunkte festlegt:

Steuerlich können Arbeitnehmer über die Arbeitnehmerveranlagung bis zu  300 Euro pro Jahr als Werbungskosten absetzen, wenn es sich um Ausgaben für die ergonomische Einrichtung des häuslichen Arbeitsplatzes (Schreibtisch, Drehstuhl, Beleuchtung) handelt. Gleichzeitig können durch den Arbeitgeber zur Abgeltung von Kosten aus der Tätigkeit in der Wohnung für höchstens 100 Tage im Kalenderjahr bis zu drei Euro pro Homeoffice-Tag steuerfrei ausbezahlt werden. Die Zurverfügungstellung digitaler Arbeitsmittel durch den Arbeitgeber stellt keinen steuerpflichtigen Sachbezug dar.

Homeoffice kann nur im Einvernehmen zwischen den Arbeitsvertragsparteien begründet werden. Es ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schließen, die die wesentlichen Bedingungen festhält. Beendigungsgründe sind in der Vereinbarung festzulegen. Aus wichtigem Grund kann diese Vereinbarung  jedoch von beiden Seiten unter Einhaltung von einer Frist von einem Monat, zum Letzten eines Monats gekündigt werden. 

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die erforderlichen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Dazu fallen insbesondere Computer und Datenverbindungen. Davon kann aber auch durch eine entsprechende Vereinbarung abgewichen werden, solange der Arbeitgeber die anfallenden Kosten für die Nutzung dieser Arbeitsmittel übernimmt.

Bereits jetzt ist geregelt, dass Unfälle, die sich im zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit im Homeoffice ereignen, auch als Arbeitsunfälle gelten. Dies soll auch in Zukunft weiterhin gültig bleiben.

Bislang nicht geregelt aber ein dennoch nicht unwesentliches Thema ist der Datenschutz. Die Datenschutzbestimmungen gelten auch im Homeoffice, sodass grundsätzlich entsprechende Sicherheiten zu schaffen sind, die verhindern, dass ein unbefugter Zugriff auf personenbezogene Daten oder sonstige empfindliche Informationen stattfindet. Dies bedarf natürlich gerade beim Homeoffice einer besonderen Mitwirkung durch den Arbeitnehmer, da der Arbeitgeber keinen Einfluss auf die Gestaltung des privaten Arbeitsumfeldes hat. Es wird daher notwendig sein, den Arbeitnehmer zur Einhaltung umsetzbarer datenschutzrechtlicher Vorgaben im Homeoffice zu verpflichten.

Autor: Herta Scheidinger

 

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