Homeoffice im Fokus

Zu Hause. Vereinbarungen für die Tätigkeit im Homeoffice

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RA Dr. Thomas Hofer-Zeni, Präsident des Österr. Rechtsanwaltsvereins, erklärt die Regelung zum Homeoffice

Die Corona-Krise hat erhebliche Auswirkungen auf unser Privatleben, die Wirtschaft und die Arbeitswelt. Unter anderem kommt es verstärkt zu Arbeitsleistungen im Homeoffice, um eine Ansteckung von Mitarbeitenden im Unternehmen zu vermeiden. Auch die jüngste Notmaßnahmenverordnung legt nahe, dass berufliche Tätigkeiten außerhalb der Arbeitsstätte erfolgen sollen.

Homeoffice muss allerdings zwischen Dienstgeberund Dienstnehmer ausdrücklich vereinbart werden. Nur wenn der Arbeitsvertrag eine Versetzungsklausel vorsieht, kann seitens des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin Homeoffice einseitig angeordnet werden. Bei einem akuten Infektionsrisiko am Arbeitsplatz wird der Arbeitgeber auch aufgrund der ihn treffenden Fürsorgepflichten dazu berechtigt sein, Homeoffice anzuordnen, auch wenn keine Versetzungsklausel vereinbart wurde.

Umgekehrt haben auch Arbeitnehmer kein Recht auf Homeoffice. Sollte jedoch ein Arbeitnehmer über ein ärztliches Attest verfügen, wonach er zur Covid-19-Risikogruppe gehört, muss ihm der Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen.

Da derzeit noch rechtliche Rahmenbedingungen fehlen, empfiehlt sich eine ausdrückliche Vereinbarung über die Verwendung von Arbeitsgeräten, Stromkosten, Internetverbindungen und Datenverbrauch usw. Zumindest wurde aufgrund der aktuellen Situation der Schutz der Unfall-Versicherung bis 31. Dezember 2020 auch auf Arbeitsunfälle im Rahmen des Homeoffice ausgedehnt.

www.rechtsanwaltsverein.at

Autor: Herta Scheidinger

 

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