Sonderpreis zum Staatspreis "Familie & Beruf" 2020

 

 

Kurzbeschreibung des Projekts: Das AMS Kärnten hat das Projekt "From remote work to remote culture - Telearbeit im AMS Kärnten" gestartet, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu fördern und um die Telezeit in allen Geschäftsstellen und Abteilungen des AMS Kärnten einheitlich umzusetzen bzw. zu forcieren. Bis Ende 2021 sind hierzu zahlreiche Aktivitäten des internen Employer Brandings geplant.

Employer Branding Maßnahmen seit der Corona-Krise (Beschreiben Sie die Maßnahmen Ihres Employer Brandings zur Vereinbarkeit, die seit der Corona-Krise geschaffen wurden oder in konkreter Planung sind: Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe.)

Durch COVID-19 war es notwendig, möglichst vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rasch Telearbeit bzw. Home Office über mehrere Wochen bzw. Monate zu ermöglichen. Telearbeit wurde einerseits älteren bzw. kranken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht, um sie vor dem Virus zu schützen, und andererseits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kinderbetreuungspflichten: Da Schulen und Kindergärten abrupt geschlossen wurden bzw. später nur eingeschränkt offen hatten, mussten die Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen. Von März bis Mitte Mai 2020 waren 82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AMS Kärnten in Telearbeit, davon 56 Frauen und 26 Männer. Ende Mai wurden diese Kolleginnen und Kollegen um ein Feedback zur Telearbeit ersucht, um ihre Erfahrungen für die weitere Umsetzung bzw. Forcierung der Telezeit zu nutzen. Die Evaluierung zeigt, dass Home Office über mehrere Wochen oder gar Monate erhebliche Nachteile mit sich bringt, insbesondere weil die sozialen Kontakte fehlen und weil der interne fachliche Austausch nur eingeschränkt möglich ist: Es soll daher die Telezeit (flexibel bzw. tageweise im Home Office) und nicht die Telearbeit (überwiegend im Home Office) im AMS Kärnten forciert werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten die Telezeit sehr positiv und wünschen sich auch in Zukunft Telezeit. Telezeit hat sich vor allem zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr bewährt, nur bei sehr kleinen Kindern war Home Office schwierig. Man hat gesehen, dass Telezeit in fast allen Tätigkeitsbereichen funktionieren kann.

Welche dieser Maßnahmen möchten Sie auch nach der Krise beibehalten?

In der neuen Betriebsvereinbarung "Telezeit und Telearbeit", die seit 1. Juli 2020 in Kraft ist, wird festgelegt, dass Telezeit/Telearbeit v. a. zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingesetzt werden soll:

  • Zur Ermöglichung des raschen Wiedereinstiegs oder der frühzeitigen stundenmäßigen Aufstockung nach Elternkarenz, wenn ein Teil der Arbeitszeit in Telezeit geleistet wird
  • Zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben für Angehörige
  • Zur Überbrückung von kurzfristigen Vereinbarkeitsproblemen (z.B. schulfreie Tage)
  • Zur Unterstützung von Teilzeitführung
  • Zur Stressreduktion durch weniger Wegzeiten bzw. zur Erleichterung der Vereinbarkeit

Das AMS Kärnten hat am 18. Mai 2020 das Projekt "From remote work to remote culture - Telearbeit im AMS Kärnten" gestartet. Dieses Projekt soll dazu beitragen, dass die neue Betriebsvereinbarung "Telezeit und Telearbeit" in allen Geschäftsstellen und Abteilungen des AMS Kärnten möglichst einheitlich umgesetzt und forciert wird. Bisher wurde die Telezeit in den Geschäftsstellen und Abteilungen des AMS Kärnten sehr unterschiedlich genutzt bzw. ermöglicht, dies soll sich ändern, eine einheitliche (Telezeit-)Kultur soll entstehen. Die Geschäftsstellen sollen voneinander lernen (Good-Practice-Austausch). Eine Kooperation bzw. ein Good-Practice-Austausch ist mit der Fachhochschule Kärnten und mit dem Magistrat Villach geplant.

Projektziele sind:

  • Implementierung einer remote culture im AMS Kärnten: Ziel ist eine einheitliche (Telezeit-)Kultur in allen Geschäftsstellen des AMS Kärnten; Mindeststandards für die Umsetzung der Telezeit/Telearbeit im AMS Kärnten sollen vereinbart werden
  • Ermöglichung des raschen Wiedereinstiegs oder der frühzeitigen stundenmäßigen Aufstockung nach Elternkarenz, wenn ein Teil der Arbeitszeit in Telezeit geleistet wird
  • Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben für Angehörige
  • Überbrückung von kurzfristigen Vereinbarkeitsproblemen
  • Die Forcierung der Telezeit im AMS Kärnten soll sich positiv auf die Gesundheit (weniger Stress) und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirken
  • Bis Ende des Jahres 2021 soll der Prozentsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Telezeit nutzen, stark erhöht werden.

Zur Erreichung der Ziele sind zahlreiche Maßnahmen des internen Employer Brandings geplant:

  • Den Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden die Evaluierungsergebnisse präsentiert, die neue Betriebsvereinbarung "Telezeit und Telearbeit" wurde zur Kenntnis gebracht.
  • Personaltagung mit den Leiterinnen und Leitern der regionalen Geschäftsstellen: Umsetzung der neuen Betriebsvereinbarung, Nutzung der Telezeit, Erfahrungsaustausch, Festlegung einer einheitlichen Vorgehensweise
  • Maßnahmen, um die Umsetzung der Telearbeit zu erleichtern.
  • Der Landesgeschäftsführer informiert bzw. motiviert die Führungskräfte und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig im Rahmen von Tagungen und Veranstaltungen
  • Telezeit ist Thema bei den Gender Mainstreaming-Assessments in den Geschäftsstellen.
  • Die Entwicklung der Telezeit soll regelmäßig bei Tagungen präsentiert und diskutiert werden.

Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Warum ist Ihnen die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte wichtig? Was sind Ihre Motive für eine diesbezügliche Positionierung und Kommunikation nach außen?)

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist seit vielen Jahren ein besonderer Schwerpunkt des AMS, dies ist daher in der Öffentlichkeit und bei potentiellen Arbeitskräften bestens bekannt (Das AMS hat u.a. auch am Wettbewerb "Frauen- und familienfreundlichste Betriebe" teilgenommen und ist Partner des Netzwerkes "Unternehmen für Familien"). Für Frauen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein starkes Motiv, sich beim AMS zu bewerben. Das AMS Kärnten erhält als ausgezeichneter, familienfreundlicher Arbeitgeber viele Bewerbungen von sehr gut qualifizierten Frauen. Dies erleichtert dem AMS Kärnten die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen erheblich und führt auch dazu, dass die Fluktuation sehr gering ist.

Maßnahmen zum familienfreundlichen Employer Branding (Bitte beschreiben Sie Ihre Maßnahmen/Kampagne/Aktionen zum familienfreundlichen Employer Branding. (Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe)

Die Gleichstellung und Frauenförderung und insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind seit 26 Jahren besondere Schwerpunkte des AMS. Alle 6 Jahre wird österreichweit ein Gleichstellungs- und Frauenförderungsplan erstellt. Im Gleichstellungs- und Frauenförderungsplan 2020 – 2025 werden im Kapitel “Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ die Ziele, Maßnahmen und Aktivitäten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie detailliert beschrieben (der Plan wird als Anhang per Mail übermittelt): „Das AMS fördert eine Unternehmenskultur, die es allen Beschäftigten ermöglicht, berufliche und private Verantwortung und Interessen in Einklang zu bringen. Dazu zählen eine individuelle Arbeitszeitgestaltung und flexible Arbeitsorganisation im Interesse der Beschäftigten, eine Vereinbarungs- und Kommunikationskultur und eine kinderfreundliche und für Pflegeaufgaben verständnisvolle Arbeitsumwelt.“

AMS ist PAPA-FIT: Das AMS unterstützt männliche Mitarbeiter aktiv bei der Inanspruchnahme von Väterkarenz und von flexiblen Vereinbarkeitslösungen (Eltern haben z. B. die Möglichkeit einen unbezahlten Babymonat im Ausmaß von vier Wochen in Anspruch zu nehmen).

Im September 2017 hat das AMS das Grundzertifikat „Audit Beruf und Familie“ erhalten, 10 Ziele bzw. Handlungsfelder wurden vereinbart:

  • Führung in Teilzeit und Image (Akzeptanz) von Teilzeit
  • Arbeitszeit gut organisieren – Auszeitenmanagement
  • Zielgruppenspezifischer Informationstransfer für alle Beschäftigte (zu Vereinbarkeit)
  • Externer Informationstransfer – Vorbildwirkung des AMS (Vereinbarkeit)
  • Sensibilisierung der Führungskräfte im Umgang mit Vereinbarkeitsthemen
  • MitarbeiterInnengespräch Neu (mit Fragen zu Vereinbarkeitsthemen)
  • AMS-Grundausbildung hinsichtlich Vereinbarkeit prüfen
  • Karenzfrühstück für Eltern in Karenz
  • Information zum Thema Pflege (Vereinbarkeit)
  • Telearbeit/Telezeit weiterentwickeln

Das Handlungsfeld "Telearbeit/Telezeit weiterentwickeln" ist die Basis für das eingereichte Projekt: Bei Teilzeitbeschäftigten soll die gezielte Aufstockung von Arbeitsstunden (z.B. beim Wiedereinstieg) durch Telearbeit ermöglicht werden (da 41% der Frauen, aber nur 7% der Männer im AMS Kärnten Teilzeit arbeiten, kommt diese Maßnahme vor allem Frauen mit Betreuungspflichten zugute). Die Nutzung/Anwendung von Telearbeit soll in den verschiedenen Arbeitsbereichen und Geschäftsstellen ermöglicht werden, ein Good-Practice-Dialog wurde initiiert.

Outcome durch die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Welchen Outcome konnten Sie bisher durch Ihre Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber bemerken/bzw. welche Effekte erwarten Sie sich?)

Durch das familienfreundliche Employer Branding ist der Frauenanteil an den Beschäftigten im AMS Kärnten deutlich gestiegen (63% im Jahr 2019). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AMS werden seit dem Jahr 2014 jährlich von Great Place to Work befragt: Das AMS Kärnten ist ein ausgezeichneter Arbeitgeber (sehr hoher "Trust-Index") und ist außerdem die beste Landesorganisation. Auch die Fragen zur Gleichstellung und zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gut bewertet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AMS Kärnten sind sehr zufrieden und sehr motiviert, dies wirkt sich auch positiv auf die Qualität der Dienstleistungen und auf die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden aus.

 

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Fotocredits Teaser und Einreichung:
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