Sonderpreis zum Staatspreis "Familie & Beruf" 2020

Kurzbeschreibung des Projekts: Mit dem Projekt „Mit allen Kolleginnen und Kollegen sicher durch die Krise“ wurden bei Atos individuelle Maßnahmen entwickelt, um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu sichern, Eltern und pflegenden Angehörigen individuelle Konzepte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf anzubieten und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch transparente Kommunikation ein Höchstmaß an Sicherheit und Stabilität zu geben.

Employer Branding Maßnahmen seit der Corona-Krise (Beschreiben Sie die Maßnahmen Ihres Employer Brandings zur Vereinbarkeit, die seit der Corona-Krise geschaffen wurden oder in konkreter Planung sind: Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe.)

Für uns als IT-Unternehmen und auch dank unseres bestehenden Business Continuity Management-Systems war der rasche Umstieg aufs Home Office zu Beginn der Krise keine Herausforderung. Das haben wir bereits eine Woche vor dem sogenannten „Lockdown“ getan, sodass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal darauf vorbereiten konnten. Bei Bedarf wurde, zusätzlich zu Laptop und Smartphone, auch weiteres Equipment wie etwa ergonomische Stühle oder Bildschirme postalisch zugestellt. KollegInnen, an deren Wohnort eine schlechte Internetverbindung besteht, haben wir zudem Datensticks zukommen lassen.

Der zentrale Aspekt unseres Employer Brandings war in dieser beispiellosen Ausnahmesituation, auf jede einzelne Kollegin und jeden einzelnen Kollegen zu schauen und Sicherheit und Stabilität zu geben. Das bedeutete die ganze klare Zielsetzung, jeden einzelnen Arbeitsplatz zu sichern und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren ganz individuellen Bedarfen zu unterstützen. So wurden sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Summe 1.520 individuell danach befragt, was sie benötigen, um Job und etwaige Betreuungspflichten miteinander vereinbaren zu können. Infolgedessen wurden für alle individuelle (Sonder-)Lösungen gefunden. Dazu gehörte unter anderem ein Kinderbetreuungspaket, das Sonderbetreuungszeiten von ein bis zwei Wochen sowie die freie Kombination aus Urlaub und Zeitausgleich beinhaltete, um den Kinderbetreuungszeitraum so lange wie möglich zu gestalten. Des Weiteren wurden flexible Arbeitszeitmodelle vereinbart, etwa die Einteilung in Kinderbetreuung am Vormittag und Arbeitszeit am Nachmittag – je nach individuellem Bedürfnis beziehungsweise im Einklang mit den Arbeitszeiten des jeweiligen anderen Elternteils. Auch Pflegefreistellungen wurden kurzfristig umgesetzt, um den Wegfall von Pflegepersonal zu kompensieren. Zudem war unser Betriebskindergarten – unter Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen – durchgehend geöffnet.

Wir haben zudem auch während des sogenannten „Lockdowns“ neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, kurzfristige Absagen vor Dienstbeginn oder gar Kündigungen während der Probezeit gab es demnach nicht. Dies gilt auch für Ferialpraktikantinnen und Ferialpraktikanten, sie konnten ihr geplantes Praktikum antreten.

Von essenzieller Bedeutung war und ist zudem die Kommunikation. Denn gerade in Krisenzeiten herrscht ein erhöhter Informationsbedarf. Um möglichen Verunsicherungen und Ängsten von Beginn an entgegenzuwirken, fanden regelmäßige Besprechungen mit der Geschäftsführung statt. Zusätzlich wurden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per internem Newsletter regelmäßig auf dem Laufenden gehalten und über die Ziele des Unternehmens informiert: was die jeweils neuen Verordnungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten, was wir als Unternehmen für sie tun können – aber auch Tipps zum Wohlbefinden am Heim-Arbeitsplatz wurden gegeben. Um den sozialen Aspekt der Arbeit, der für uns wie auch für alle anderen in Österreich lebenden Menschen in dieser Zeit weggefallen ist, aufrechtzuerhalten, fanden zudem in kleineren Gruppen virtuelle Treffen statt, bei denen nicht über die Arbeit, sondern das individuelle Wohlergehen gesprochen wurde.

Wir haben von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchwegs positives Feedback erhalten und daher beschlossen, ihre Erfahrungen auf Social Media, konkret auf Instagram unter atos.austria, zu teilen. Aus diesem Grund haben wir bei Instagram unter dem Hashtag #lifeatatos ihre Lebenssituation vorgestellt.

Welche dieser Maßnahmen möchten Sie auch nach der Krise beibehalten?

Valide Zukunftsszenarien sind ungewiss. Trotz Krise sind wir ein resilienter Arbeitgeber geblieben. Beibehalten wollen wir in erster Linie unsere „Stabilität“ als starker, verlässlicher Arbeitgeber. Für uns ist agiles Arbeiten weniger von Office-Working oder Home Office abhängig, sondern eine Haltungsfrage ist. Der Weg in häufiges Home Office ist seit Covid-19 beschritten. Durch die physische Distanz kommen wir zu einem „Lead by Listening“, das heißt, dass transparente Kommunikation ein wichtiger Bestandteil des Informationsaustausches ist, der rein via Online-Tools und Handy Telefonie stattfand und weiterhin stattfinden wird. Krisen bringen Veränderungen und Entwicklungen mit sich, die auch Potenziale zu tage bringen, wie gegenwärtig an der Beschleunigung des digitalen Wandels zu beobachten sind.

Remote- und Home-Working sowie flexible Arbeitszeiten sind und waren Werte, die schon vor dem „Lockdown“ bei uns gelebt wurden, aber durch die Corona-Krise hat sich gezeigt, dass der Bedarf danach höher ist als erwartet. Aus diesem Grund werden wir diese Angebote weiter ausbauen. Das kommt auch MitarbeiterInnen zugute, die sich neben dem Beruf, etwa im Rahmen eines Hochschulstudiums, weiterbilden wollen.

Zudem möchten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu motivieren, ihre Erfahrungen aus dem Berufsalltag auf Social Media zu teilen – denn diese Beiträge sind bereits während der Krise sehr gut angekommen und auf positive Resonanz gestoßen. Schließlich trägt dies auch zu mehr Zusammenhalt und Identifikation der MitarbeiterInnen bei. Durch die Corona-Ausnahmesituation hat sich deutlich gezeigt, dass der Austausch untereinander essentiell ist, dass die Schaffung eines „Wirs“, eines Miteinanders den Unterschied ausmacht und den Menschen Sicherheit gibt.

Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Warum ist Ihnen die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte wichtig? Was sind Ihre Motive für eine diesbezügliche Positionierung und Kommunikation nach außen?)

Familienfreundlichkeit führt zu einer geringeren Fluktuation und einer höheren Bindung ans Unternehmen. Angesichts des IT-Fachkräftemangels ist es uns zudem wichtig, mehr qualifizierte Frauen zu motivieren, sich bei uns zu bewerben. Indem wir unseren MitarbeiterInnen einen Arbeitsplatz bieten, der sich mit der Familie vereinbaren lässt, wirken wir dem Mangel entgegen. Mit Home Office geben wir Eltern, die in Teilzeit arbeiten, die Möglichkeit, durch das Wegfallen langer Anfahrtszeiten und die Flexibilität, zwischendurch ihre Kinder von der Schule abzuholen, mehr Stunden arbeiten zu können. Damit unterstützen wir eine adäquate Altersvorsorge. Ähnliches gilt auch für Mütter und Väter, die sich lange Pendelzeiten ersparen und so mehr Zeit für ihre Familie haben.

Sich als familienfreundliches Unternehmen zu positionieren, erleichtert aber nicht nur das Recruitment von MitarbeiterInnen, die Kinder haben, dies in naher Zukunft planen oder gar pflegebedürftige Angehörige betreuen. Auch Alleinstehenden und kinderlosen ArbeitnehmerInnen ist Familienfreundlichkeit wichtig. Denn wenn ein grundsätzlich verständnisvolles Klima im Unternehmen herrscht, steigt damit auch das Gefühl der Sicherheit, Stabilität und des Zusammenhalts. Mit unserem Engagement möchten wir zudem Bewusstsein schaffen und auch andere Unternehmen dazu motivieren, familienfreundliche Maßnahmen zu setzen und so die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich zu steigern.

Maßnahmen zum familienfreundlichen Employer Branding (Bitte beschreiben Sie Ihre Maßnahmen/Kampagne/Aktionen zum familienfreundlichen Employer Branding. (Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe)

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nimmt bei Atos einen sehr hohen Stellenwert ein. So haben wir für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine digitale Arbeitsplatzumgebung konzipiert, die es uns ermöglicht, zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten. Damit ersparen wir uns auch Dienstreisen und Anfahrtszeiten zu Meetings, was wiederum einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Bei Atos kann sowohl normale Teilzeitarbeit als auch Elternteilzeit in Anspruch genommen werden. Durch das Angebot verschiedener Altersteilzeitmodelle können wir die Bedürfnisse älterer MitarbeiterInnen erfüllen. Bei begründetem persönlichem Bedarf bietet Atos allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch kurzfristig individuelle Teilzeitmodelle an.

Bei Atos haben sowohl Mütter als auch Väter die Möglichkeit, sich nach der Geburt des Kindes ausschließlich der Familie zu widmen. Um den Wiedereinstieg zu erleichtern, haben karenzierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Option, einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen sowie ihr Notebook und Smartphone auch während der Karenz zu behalten, um dadurch im Kontakt bleiben zu können und sich laufend über interne Abläufe im Unternehmen zu informieren. Darüber hinaus werden vor Beginn des Mutterschutzes bzw. der Karenz Gespräche zu Wiedereinstiegs Planung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt.

Mit der regelmäßig stattfindenden kostenlosen Aktion „Coding4Kids“ werden die Kinder unserer MitarbeiterInnen – in der Regel an schulfreien Tagen – eingeladen, bei uns im Haus spielerisch und kreativ in die Welt des Programmierens einzutauchen. An zwei Tagen werden digitale Grundkenntnisse und MINT-Kompetenzen auf unbeschwerte und inspirierende Weise nähergebracht. Die Kinder werden im Rahmen der Aktion ganztägig und kostenlos von kompetenten TrainerInnen betreut.

Outcome durch die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Welchen Outcome konnten Sie bisher durch Ihre Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber bemerken/bzw. welche Effekte erwarten Sie sich?)

In erster Linie bemerken wir eine stetig steigende Zahl an Bewerbungen – und zwar von Arbeitssuchenden jeden Alters. Besonders stolz macht uns, dass sich im Rahmen von Berufsmessen weibliche Mechatronik-Lehrlinge für uns entschieden haben. Wir können zudem einen Anstieg an weiblichen Bewerberinnen verzeichnen und haben das Ziel, diese durch gezielte Emlpoyer-Branding-Maßnahmen noch weiter zu erhöhen. Schließlich ist eine Karriere bei Atos sehr zukunftssicher und bietet zudem neben guten Verdienstmöglichkeiten auch Raum für persönliche Weiterentwicklung.

 

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Fotocredits Teaser und Einreichung:
© Atos