Sonderpreis zum Staatspreis "Familie & Beruf" 2020

 

 

Kurzbeschreibung des Projekts: Die Vereinbarkeitsbeauftragten beraten und unterstützen, insbesondere auch bei besonderen Betreuungsbedürfnissen oder herausfordernden Situationen wie jenen während der Corona-Zeit. Die Mitarbeiter-App liefert regelmäßig aktuelle Informationen – auch wenn man wegen Betreuungspflichten oder Home Office gerade nicht im Klinikum anwesend ist, bleibt man up-to-date.

Employer Branding Maßnahmen seit der Corona-Krise (Beschreiben Sie die Maßnahmen Ihres Employer Brandings zur Vereinbarkeit, die seit der Corona-Krise geschaffen wurden oder in konkreter Planung sind: Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe.)

Während der Corona-Krise lag der Fokus auf dem internen Employer Branding und damit einhergehend einer Stärkung der Mitarbeiterbindung und des Zusammengehörigkeitsgefühls.

1. Unterstützung bei Betreuungspflichten

Die sich kurzfristig ändernden oder generell unsicheren Betreuungssituationen für Kinder, beeinträchtigte und teilweise auch pflegebedürftige Angehörige sorgen bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für große Verunsicherung. Die Vereinbarkeitsbeauftragten stehen als Beratungsstelle zur Verfügung, machen Mut und erarbeiten mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuell passende Lösungen. Ein paar Beispiele dazu:

  • Gewährung einer Sonderbetreuungsfreistellung, von Urlaub und Zeitausgleich
  • Veränderung der Arbeitszeit und Ermöglichung von Home Office
  • Unbezahlter Urlaub für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Familie Personen mit erhöhtem Risiko haben und diese durch Einschränkung der Sozialkontakte schützen wollen.
  • Im Rahmen von Teamteilungen zur Reduktion der Corona-Ansteckungsgefahr Berücksichtigung der Betreuungspflicht und der Arbeitszeit der Partnerin/ des Partners bei der Teameinteilung.
  • Kurzfristige Unterbringung von Kindern in den hauseigenen Betreuungseinrichtungen (zB schulpflichtiges Geschwisterkind darf in den Kindergarten mitkommen, damit die Kinder nicht auf so viele verschiedene Betreuungseinrichtungen verteilt sind und das Ansteckungsrisiko minimiert werden kann) und Aufstockung der Sommerbetreuungsplätze.
  • Pflegekarenz oder –teilzeit bei Fehlen einer Hauskrankenpflege

2. Aktuelle Informationen in der MitarbeiterInnen-App MIA

All diese ungeplante Zeit zuhause ohne die üblichen Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten kann mitunter zu einem Gefühl der Isolation und Ausgrenzung aus dem Sozialgefüge führen. Die kurz vor der Corona-Krise als zusätzliche Informationsplattform eingeführte MitarbeiterInnen-App MIA hat wohl auch deshalb während der Corona-Krise einen regen Zuwachs an Usern verzeichnet. Über MIA können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gerade wegen Betreuungspflichten mehr zuhause sind, up-to-date bleiben. Sie erhalten sowohl die aktuellen Corona-News als auch Infos über sonstige Neuigkeiten aus dem Klinikum und haben so das Gefühl, weiterhin ein Teil des Klinikums zu sein.

Daneben gibt es spezielle Beiträge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern, wie zB einen Link auf ein Video, mit dem Kindern das Corona-Virus und die Verhaltensregeln erklärt werden können oder Tipps für einen stressfreien Familienalltag während der Corona-Krise.

Welche dieser Maßnahmen möchten Sie auch nach der Krise beibehalten?

Die Beratungsleistung der Vereinbarkeitsbeauftragten wird natürlich ohnehin wie schon Jahre vorher unverändert fortgeführt. Erfreulich ist jedoch, dass diese Anlaufstelle im Rahmen der Corona-Krise scheinbar an Bekanntheit gewonnen hat bzw. die herausfordernden Situationen gewisse Hemmschwellen abgebaut haben und zu einer erhöhten Inanspruchnahme der Beratung geführt haben. Wir wünschen und erwarten uns auch für die Zukunft weiterhin so eine offene Kommunikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um zeitnah von ihren Bedürfnissen zu erfahren und gemeinsam gute Lösungen finden zu können.

In der MitarbeiterInnen-App sollen auch zukünftig regelmäßig Beiträge rund um den Themenkomplex „Beruf und Familie“ Platz finden. Damit wollen wir den MitarbeiterInnen zeigen, dass für uns nicht nur ihre Arbeitsleistung wichtig ist, sondern auch ihre persönlichen Bedürfnisse von Bedeutung sind.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass es einige Bereiche gibt, in denen Home Office bisher nicht üblich war, aber in einem gewissen Ausmaß ohne Qualitätseinbußen gut ermöglicht werden kann. Deshalb wurden bereits einige Home Office-Vereinbarungen neu abgeschlossen. Die organisatorischen Möglichkeiten einer Ausweitung werden evaluiert.

Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Warum ist Ihnen die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte wichtig? Was sind Ihre Motive für eine diesbezügliche Positionierung und Kommunikation nach außen?)

Als Ordenskrankenhaus hat die Familie für uns einen besonderen Stellenwert. Kinder bereichern das Leben, beeinflussen jedoch auch wesentlich die Gestaltung der weiteren Berufstätigkeit. Auch Betreuungspflichten für erkrankte oder beeinträchtigte Angehörige können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor große Herausforderungen stellen. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute Arbeitsleistung vielfach auch davon abhängig ist, wie die familiären Betreuungspflichten mit dem Beruf in Einklang gebracht werden können. Deshalb profitieren sowohl Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber von einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Vereinbarkeit. Wir sind überzeugt davon, dass unsere familienfreundliche und generell lebensphasenorientierte Personalpolitik auch genau die Werte der jüngeren Generation anspricht, die bereits am Beginn des Berufslebens spüren will, dass sich ihr Arbeitgeber für sie und ihre Bedürfnisse interessiert. Durch den demografischen Wandel und den Bedarf an Fach- und Führungskompetenz müssen wir genau hier ansetzen, um auch in Zukunft gut qualifiziertes Personal in ausreichender Zahl für uns gewinnen und an uns binden zu können.

Maßnahmen zum familienfreundlichen Employer Branding (Bitte beschreiben Sie Ihre Maßnahmen/Kampagne/Aktionen zum familienfreundlichen Employer Branding. (Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe)

1. Vereinbarkeitsbeauftragte: Zielgruppe: alle bestehenden/ zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel: Awareness schaffen, Lebens-/Arbeitssituation für Personen mit Betreuungspflichten verbessern. Beschreibung: zwei Vereinbarkeitsbeauftragte wurden als zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eingesetzt. Ihre Aufgaben: Steuerung und Koordination aller familienfreundlichen Maßnahmen (inkl. Audit), interne sowie externe Kommunikation, Vermittlung zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Führungskräfte-Sensibilisierung (zB in Führungskräfte-Schulungen), Unterstützung beim Finden von Lösungen für besondere Betreuungsbedarfe (zB während Corona).

2. Interne Kommunikation: Zielgruppe: alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Führungskräfte. Ziel: Schließen von Informationslücken durch umfangreiche Informationsmaterialien zur jeweiligen Lebens-/ Arbeitssituation mit Broschüren: Zunächst wurde der Informationsbedarf durch die Vereinbarkeitsbeauftragten erhoben und ein Grundstock an Informationsbroschüren (für werdende Mütter, Väterkarenz, Kinderbetreuung, Pflegekarenz, Auszeitmanagement, etc.) erstellt, die seither regelmäßig aktualisiert und dem Bedarf angepasst werden. Ein eigenes Logo brandet alle Unterlagen zu Beruf & Familie. Weiters gibt es einen Auszeit-Newsletter für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in einer beruflichen Auszeit befinden. Dieser informiert über wichtige organisatorische Änderungen und Projekte, aktuelle Fortbildungsangebote und Aktuelles aus dem Themenbereich Beruf & Familie. In unserem Führungskräfte-Newsletter Leadings-News wird die Vereinbarkeit von Beruf & Familie regelmäßig thematisiert.

3. MitarbeiterInnen-App MIA. Zielgruppe: alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Auszubildenden; Ziele: zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung von Informationen, zB auch im Home Office, Verbesserung der Informationssituation während einer beruflichen Auszeit, um auch währenddessen am Ball zu bleiben und sich als Teil des Klinikums zu fühlen, modernes, zeitgemäßes Kommunikationstool, Förderung eines lebendigen Netzwerks (News, Berichte über Events, Sport, Ernährung, Speiseplan, Aktionen, FAQs: Erklärungen zu Krankenmeldung und Pflegefreistellung, etc.).

4. Externe Kommunikation: Zielgruppe: Potentielle Bewerberinnen und Bewerber, zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Ziel: Präsentation des Klinikums als attraktiver, familienfreundlicher Arbeitgeber, um noch mehr gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden mit Aktionen: Integration der Familienfreundlichkeit in unser Arbeitgeberversprechen; Präsentation unseres Angebots und des Arbeitgeberversprechens auf unserer Homepage und in unserer Broschüre „Das Klinikum Wels-Grieskirchen als Arbeitgeber“; Verarbeitung in Imagefotos; Regelmäßige Medien-Beiträge, etc.

Outcome durch die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Welchen Outcome konnten Sie bisher durch Ihre Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber bemerken/bzw. welche Effekte erwarten Sie sich?)

Aufgrund des hohen Frauenanteils im Klinikum ist das Thema Familie bereits seit jeher im Mittelpunkt der Personalagenden. Der Umgang mit Schwangerschaften, Karenzen und Betreuungspflichten ist für Führungskräfte und das Personalmanagement tägliche Routine und eine Selbstverständlichkeit. Durch die vielen Maßnahmen im Bereich Vereinbarkeit ermöglichen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen raschen Wiedereinstieg in das Berufsleben. Dadurch stärken wir die Mitarbeiterbindung und verringern den Wissensverlust. Das trägt dazu bei, die notwendigen Fach- und Führungskräfte im Unternehmen zu halten. Wir erwarten uns darüber hinaus jedoch auch einen positiven Effekt im Hinblick auf die Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechende Fragen im Bewerbungsverfahren bestätigen uns auch laufend, dass die familienfreundliche Positionierung einer der Gründe ist, warum man sich bei uns bewirbt. Dies gilt nicht nur für Personen, die aktuell schon Betreuungspflichten haben, sondern insbesondere auch für junge Bewerberinnen und Bewerber, die sich einen Arbeitgeber wünschen, der ihre sich im Laufe des Berufslebens wandelnden Bedürfnisse langfristig im Fokus hat (Lebensphasenorientierung).

 

Zurück          Vote!

 

Fotocredits Teaser und Einreichung:
© Julia Stierberger, Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH