Sonderpreis zum Staatspreis "Familie & Beruf" 2020

 

 

Kurzbeschreibung des Projekts: Die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt unterstützt als verantwortungsbewusste Arbeitgeberin und attraktiver Studienort ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende bei der Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Betreuungspflichten. Daher stehen die Weiterentwicklung von familienbewussten Arbeits- und Lernbedingungen sowie die Verankerung der Familienfreundlichkeit in der Hochschulkultur im Fokus der Bildungseinrichtung.

Employer Branding Maßnahmen seit der Corona-Krise (Beschreiben Sie die Maßnahmen Ihres Employer Brandings zur Vereinbarkeit, die seit der Corona-Krise geschaffen wurden oder in konkreter Planung sind: Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe.)

Aufgrund der Covid-19-Pandemie, die uns zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Lern- Lehr- und Arbeits Betriebes nach den Semesterferien Anfang März wieder voll im Gange war, erreichte, stellte die wissenschaftliche Bildungseinrichtung vor große Herausforderungen. Durch ein professionelles, schnelles Agieren seitens der Universitätsleitung konnte man sich recht gut an die Krisensituation anpassen. Es wurden Maßnahmen gesetzt und eine professionelle Informations- und Kommunikationspolitik, z.B. durch regelmäßige Aussendungen seitens der Universitätsleitung an den Betrieb, betrieben. Gerade in Krisenzeiten, die mit viel Unsicherheit und Angst Phasen behaftet ist, ist es für die Universitätsangehörigen wichtig, kontinuierlich informiert zu sein. Durch ein professionelles Krisenmanagement wurden die Bedürfnislagen der unterschiedlichen Zielgruppen (Studierende, allgemeines Personal, wissenschaftliches Personal) eruiert und Interventionen gesetzt.

Auf einen erhöhten Bedarf an Kinderbetreuung wurde seitens des Familienservice sofort reagiert. In der flexiblen Kinderbetreuung konnte schnellstmöglich unter Einhaltung von auf den Betrieb abgestimmte Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen wieder geöffnet werden und Kinder von MitarbeiterInnen und Studierende in Kleingruppen betreut werden. Gemeinsam mit der Vorsitzenden der Studierendenvertretung und der Vizerektorin für Lehre wird kontinuierlich an verbesserten Studienbedingungen vor allem im Hinblick auf eine nicht entspannte Lage im Herbstsemester 2020 (ab Oktober 2020) gearbeitet.

Im Rahmen einer österreichweiten Studie zum Thema der Zufriedenheit der Studierenden mit der Distanzlehre an den Universitäten, nachzulesen unter: https://studo.com/at/blog/corona-krise-so-zufrieden-sind-oesterreichs-studierende-mit-der  Distanzlehre haben 5000 Studierende teilgenommen. Die Ermittlung des Zufriedenheitsgrad in dem Studierenden-Ranking an der Universität Klagenfurt ergab, dass die an der Universität gesetzten Maßnahmen mit sehr zufrieden bewertet wurden. Unsere Bildungseinrichtung erreichte den zweiten Platz bei dem österreichweiten Hearing und spiegelt die Zufriedenheit mit den E-Learning- und Distance-Learning Möglichkeiten wider.

Unter dem Titel „Science Holidays – mach Ferien in der Welt der Wissenschaft!“ beteiligt sich die Universität Klagenfurt mit einem vielfältigen, fächerübergreifenden Progamm. Für Eltern soll eine spürbare Entlastung im Hinblick auf die Betreuungssituation im Sommer entstehen.

Welche dieser Maßnahmen möchten Sie auch nach der Krise beibehalten?

Nachdem der Lehr-, Lern- und Arbeitsbetrieb auch im Wintersemester 2020/21 an der Universität von eingeschränkten Rahmenbedingungen betroffen sein wird, werden von unterschiedlichen Planungsgruppen Rahmenvorgaben für den Betrieb erarbeitet. Verschiedene E-Learning-Tools werden weiter als Hilfsmittel eingesetzt, um die Lern- und Lehrqualität zu erhöhen und herkömmliche Präsenzformate didaktisch sinnvoll zu bereichern und/oder auch die Flexibilität – vor allem von studierenden und arbeitenden Eltern, Universitätsangehörigen, die den Risikogruppen zugeordnet werden können – zu erhöhen. Für die MitarbeiterInnen sollen auch die unterschiedlichen Home Office Regelungen – basierend auf den Erfahrungen im Rahmen des Lock-down-Phase – fortgesetzt bzw. dementsprechend adaptiert werden. Um eine möglichst funktionierende Kommunikation- und Informationspolitik fortsetzen zu können, wird der Einsatz von Videokonferenzsystemen empfohlen. Blended-Learning-Lehrveranstaltungen, dass heißt eine Kombination aus Präsenz- und digitaler Lehre, werden zukünftig miteinander kombiniert. Im Bereich der Kinderbetreuung werden die Angebote der flexiblen Kinderbetreuung bedürfnisorientiert den Eltern zur Verfügung gestellt. Es wird vermehrt Bildungs- und Betreuungsangebote in den Herbstferien und schulfreien Zeiten geben. Das angebotene Eltern-Arbeitszimmer in der Nähe der universitätseigenen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung soll wieder aktiviert werden. Eine seitens des Familienservice intensivierter Austausch mit den Interessenvertretungen (Österreichische Schülervertretung, allgemeiner und wissenschaftlicher Betriebsrat) soll fortgesetzt werden.

Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Warum ist Ihnen die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte wichtig? Was sind Ihre Motive für eine diesbezügliche Positionierung und Kommunikation nach außen?)

Die Arbeits- und Studienwelt haben sich in den letzten Jahren dynamisch verändert. Im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte punkten vor allem familienfreundliche Hochschulen. Employer Brandings stellen ein wesentliches Kriterium zur Steigerung der Standortattraktivität des Lern-, Lehr- und Arbeitsortes Universität Klagenfurt im Wettbewerb um die besten Köpfe im Land dar. Besonders im wissenschaftlichen Bereich mit seinen besonderen Herausforderungen ist es für Studierende und Beschäftigte oftmals schwierig, ihre Lebenspläne mit den beruflichen Karrierevorgaben optimal vereinbaren zu können.

Die Universität Klagenfurt als familienfreundliches Unternehmen der ersten Stunde hat als Pilotuniversität an der Neuentwicklung des Zertifikats hochschuleundfamilie maßgeblich mitgewirkt. Durch den Beitritt zum Netzwerk „Unternehmen für Familien“, leistet die Bildungseinrichtung einen aktiven Beitrag für mehr Familienfreundlichkeit und fungiert als Vorbild und Vorreiterin. Als verantwortungsbewusste Arbeitgeberin und attraktiver Studienort liegen die Weiterentwicklung der familienbewussten Lern- und Arbeitsbedingungen sowie die Verankerung der Familienfreundlichkeit in der Hochschulkultur an prioritärer Stelle des Aufgabenprofils. Bewusstseinsbildung und Sensibilisierungsarbeit stehen in der familienfreundlichen Unternehmung auf ihrem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und Familienorientierung im Fokus.

Im Leitbild, dem Gleichstellungs- und dem Frauenförderplan der Universität wird die gelebte Unternehmensphilosophie in konkreten Handlungsfeldern dargestellt. Bessere Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie unterstützt die Positionierung als attraktive Arbeitgeberin bei der Rekrutierung von nationalen und internationalen Studentinnen und Studenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wesentlich. Familienfreundlichkeit stärkt nachhaltig die Reputation von Hochschulen und somit ihre Attraktivität im Wettbewerb.

Maßnahmen zum familienfreundlichen Employer Branding (Bitte beschreiben Sie Ihre Maßnahmen/Kampagne/Aktionen zum familienfreundlichen Employer Branding. (Ablauf, Planung, Abwicklung, Hintergründe)

Das Audit hochschuleundfamilie ist für Universitäten ein wirksames Instrument, um einen familienfreundlichen Hochschulalltag ganzheitlich zu realisieren. Die Umsetzung zahlreicher und im Rahmen des Zertifizierungsprozesses belegter, bedarfsgerechter Maßnahmen haben mit einer in diesem Zusammenhang erfolgreichen Gesamtstrategie des Unternehmens langfristig zu Wettbewerbsvorteilen geführt und somit die Attraktivität der Hochschule im Wettbewerb um die besten Köpfe, das Humankapital der Institution, gesteigert. Somit stehen sowohl die externen als auch internen Employer Brandings definitiv im Fokus der Unternehmung. Das Thema Vereinbarkeit ist ein Querschnittsthema und fließt in vielen Bereichen am universitären Terrain ein.

Errichtung einer Dual Career Servicestelle und Kooperation mit dem Familienservice: Das Familienservice versteht sich auch als Ansprechpartnerin im Sinne eines Welcome Centers bzw. eines „Dual Career Service“ für (wissenschaftliche) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende mit Betreuungspflichten und liefert Kolleginnen und Kollegen individuelle Kinderbetreuungslösungen bzw. bietet Unterstützung bei der Klärung von Alltags- und Work-Life-Balance-Fragen. Das Familienservice hilft hier nachhaltig, die Übergangszeiten bzw. die Betreuungslücken effizient zu schließen. Bereits im laufenden Recruiting Verfahren wurden von einigen potentiellen Bewerberinnen und Bewerber der Kurie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit eigenen Kinderbetreuungspflichten, die Entscheidung einer Stellenzusage davon abhängig gemacht, ob für ihr/e Kind/er unterjährig sofort einen Betreuungsplatz organisiert werden kann. Dies ist ein wesentliches Qualitätskriterium vor allem wenn man weiß, wie schwierig bis unmöglich es ist, unterm laufenden Betreuungsjahr in traditionellen Einrichtungen einen Platz zu bekommen. Ebenso wird in Notsituationen die betriebliche Kinderbetreuung genutzt, wenn beispielsweise die kontinuierliche Betreuungsperson ausfällt (z.B. wegen Krankheit).

Angebote einer attraktiven Kinderbetreuung- und -bildung während der Sommermonate – Science Holidays für Universitätsangehörige und externe: Durch die Bewerbungen für das attraktive Science-Holidays Programm über die unterschiedlichsten, medienwirksamen Informations- und Kommunikationskanäle wird das Interesse auch von potentiellen Bewerberinnen auf dieses und die weiteren attraktiven familienfreundlichen Angebote der Hochschule gelenkt.  Aufgrund des erhöhten Bedarfs an Ferienbetreuung organisierte die Universität Klagenfurt vom 13.7. – 5.9.2020 unter dem Titel Science Holidays – Mach Ferien in der Welt der Wissenschaft!“ ein wissenschaftliches Ferienbetreuungs- und -bildungsangebot für Kinder im Alter von 4 – 12 Jahren, die ein vielfältiges, fächerübergreifendes Lernen und Experimentieren in den unterschiedlichen Forschungsbereichen und sportlichen Betätigungsfeld ermöglichen, ergänzt durch in ein hochwertiges freizeitpädagogisches Angebot. In Ergänzung dazu werden über den gesamten Sommer die Angebote der flexiblen Kinderbetreuung (für Kinder ab 8 Wochen(!)) zur Verfügung gestellt.

Die familienfreundliche Personalpolitik an der Universität beschäftigt sich sowohl mit aktuellen als auch mit potentiellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Unternehmensleitung ist es wichtig, die MitarbeiterInnenzufriedenheit zu stärken. Die gesteigerte Motivation führt laufend zu einer Senkung der Fehlzeiten und weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen aus eigenem Antrieb heraus, die Universität als Arbeitgeberin. Die Wiedereingliederungskosten können kontinuierlich gesenkt werden.  Durch ein betriebliches Familienbewusstsein konnte die Steigerung der Mitarbeiterproduktivität erzielt werden. Die Deklarierung als familienfreundliche Hochschule führt aktuell also zu einer Erhöhung der Anzahl und der Qualität der Bewerbungen.

Universitätsübergreifender Väterkarenz Aktionstag (aktive Mitarbeit in der Arbeitsgruppe, Imagefilm 2019 und 2020): Die Bearbeitung des Themas Väterkarenz liegt der Universität sehr am Herzen. So wurde in den Jahren 2019 und 2020 unter aktiver Beteiligung der Universität Klagenfurt jeweils ein Imagefilm zur Motivation von Vätern in Karenz zu gehen, erstellt und veröffentlicht. Die Hochschule nimmt somit eine wesentliche Vorreiter- und Vorbildfunktion ein.

Outcome durch die Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber (Welchen Outcome konnten Sie bisher durch Ihre Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber bemerken/bzw. welche Effekte erwarten Sie sich?)

Es ist wissenschaftlich belegt, dass familienfreundliche Institutionen effektiver und produktiver arbeiten. Daher wird die Familienfreundlichkeit zum Markenzeichen eines Unternehmens. Durch die Begutachtung durch eine externe Zertifizierungsstelle im Rahmen des Audits hochschuleundfamilie ist kontinuierlich gewährleistet, dass die Universität eine familienorientierte Unternehmenskultur lebt und ständig ihre familienfreundlichen Maßnahmen weiterentwickelt. Durch das Gütesiegel wird dies sichtbar. Die als familienfreundlich zertifizierte Bildungseinrichtung nimmt ihre Rolle als Vorbild und Vorreiterin sehr ernst und stellt das Expertinnenwissen in unterschiedlichsten Vernetzungsplattformen zur Verfügung. Die qualitativen Leistungsbereiche werden im jährlich veröffentlichten Leistungsbericht im Rahmen der Wissensbilanz veröffentlicht. Im Unibericht des BM werden regelmäßig Vereinbarkeitskennzahlen publiziert und ein universitätsübergreifender, österreichweiter Überblick geschaffen. Im weltweiten Ranking der jungen Universitäten von Times Higher Education (THE) hat im Juni 2020 die Universität Klagenfurt unter 1400 gereihten Institutionen aus knapp 92 Nationen den 52 Platz erreicht. Im Rahmen einer aktuellen österreichweiten Studie zum Thema der Zufriedenheit der Studierenden mit der Distanzlehre an den Universitäten, ergab, dass die an der Universität gesetzten Maßnahmen mit „sehr zufrieden“ bewertet wurden. Unsere Bildungseinrichtung erreichte den zweiten Platz bei dem österreichweiten Hearing und spiegelt die Zufriedenheit mit den E-Learning- und Distance-Learning Möglichkeiten wider. Wir erwarten uns, dass im Unternehmen weiterhin der Fokus auf das interne und externe Employer Branding gelegt wird. Die Verbesserung der Studienbedingungen, die Steigerung der Attraktivität der Hochschule, die Senkung der Studienabbrüche, die Verkürzung der durchschnittlichen Studiendauer, die Erhöhung der Produktivität der Beschäftigten, die Schaffung von mehr Zeitsouveränität für die Beschäftigten, die Rekrutierung und Bindung hochqualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Senkung der Fluktuation der Beschäftigten, die schnelle Integration der aus der Karenz rückkehrenden Elternteile, die Verkürzung der Abwesenheit von Eltern aus der Hochschule sowie die Reduktion der Fehlzeiten durch Krankenstand werden am universitären Terrain als wichtige Parameter im Rahmen einer familienfreundlichen Personalpolitik gesehen.

 

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Fotocredits Teaser und Einreichung:
© Familienservice der Universität Klagenfurt, Institut für Informatikdidaktik