Wieder zurück auf die Schulbank

Weiterbildung. Neben Fachkenntnissen ist auch Fortbildung in der Persönlichkeitsentwicklung zunehmend gefragt.


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Am WIFI Wien bilden sich jährlich rund 60.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Präsenzkurs oder via E-Learning fort.

Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir – ein Satz, der vielen wohlbekannt ist, der aber auch im Berufsleben aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung, mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Gabriele Srp, Bildungsberatung WIFI Wien: „Durch die Beschäftigung mit neuen Inhalten, dem Erlernen neuer Methoden und Techniken bleibt man aktiv und flexibel. Das bringt einen Vorteil in Bewerbungssituationen, aber auch am Arbeitsplatz. Wichtig ist die Auswahl der passenden Weiterbildung. Die Inhalte sollen die berufliche Tätigkeit ergänzen und erweitern, die persönlichen Fähigkeiten im beruflichen Umfeld stärken.“

Spezifische Formate
Eine noch relativ junge Fortbildungseinrichtung ist das Center of Lifelong Learning (CoL³) an der FH Oberösterreich. Der Studienbefähigungslehrgang wird jährlich von rund 200 Personen belegt, die anschließend einen der 20 Bachelor-Studienlehrgänge im Technikbereich an der FH OÖ beginnen möchten. „Bei Weiterbildungen für Personen, die bereits ein Studium absolviert haben, scheint der Trend weg von großen Masterlehrgängen wie MBA hin zu kleineren spezifischen Formaten zu gehen – in diesem Bereich möchten wir uns in den nächsten Jahren verstärkt engagieren“, sagt Stefan Sunzenauer, Leiter Center of Lifelong Learning.

Model LENA
Im WIFI Wien setzt man auf das in wissenschaftlicher Kooperation mit dem Pädagogikprofessor Rolf Arnold entwickelte Modell LENA (lebendig und nachhaltig), das Lernen als aktiven und individuellen Prozess versteht und bei dem jeder anders lernt – durch Hören, Ausprobieren, Lesen oder eine Methoden-Mischung.

Für Unternehmen hat die betriebliche Weiterbildung den Vorteil, so Gabriele Srp, dass sie die Inhalte festlegen und die passenden Mitarbeiter auswählen können: „Dadurch kann das Unternehmen im Rahmen der Fortbildung genau die Themen anbieten, die für die berufliche Mitarbeiter-Entwicklung essenziell sind.”

Zukunft gestalten
„Innovationen und regelmäßiges Lernen“, erklärt Katrin Gatterbauer, Teamleiterin in der Personalentwicklung bei Fronius, dem international agierenden Technologieführer in Schweiß-, Solar- und Batterieladetechnik, „stehen in Zusammenhang. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.“ Das oberösterreichische Unternehmen, Experte für Solarenergie und Batterieladegeräte, setzt auf interne und externe Fachtrainings, Führungs- und Persönlichkeitsseminare sowie Impulsworkshops. Außerdem werden, mit Blick auf die Digitalisierung, Kompetenzen wie Kreativität, Empathie, Kommunikationsstärke und systemisches Denken forciert. Gatterbauer „Wer Zukunft gestalten will, muss neugierig sein, Prozesse hinterfragen und sich weiterentwickeln.“

Autor: Sandra Wobrazek

 

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