Arbeitswelt 2030: Das sind die Jobs mit Zukunft

Automatisierung, Digitalisierung, Wertewandel: Die Arbeitswelt 2030 wird anders sein als heute. Eine Studie hat die zukunftsträchtigen Branchen definiert.

Wird im Jahr 2030 noch ein Kassier im Supermarkt sitzen? Eine Beraterin in der Bank oder auf dem Amt? Laufen Menschen durch Fabrikshallen oder werden sie durch Maschinen ersetzt sein? Die COVID-19-Pandemie hat binnen kürzester Zeit eine Arbeits- und Lebenswelt geschaffen, die zuvor kaum vorstellbar war. Diese Krise hat bereits vorhandene Entwicklungen beschleunigt, Möglichkeiten und Trends sichtbar gemacht, die die Arbeitswelt der Zukunft prägen werden.

Wie sehen die Jobs der Zukunft also aus?

Die Boston Consulting Group (BCG) hat sich u. a. den deutschen Arbeitsmarkt angesehen und kommt in ihrem „Future of Job“-Report zum Ergebnis: Bis 2030 werden dem deutschen Arbeitsmarkt 1,1 Millionen IT-Fachkräfte fehlen. Auch Lehrer, Ärzte, Krankenpfleger und Ingenieure dürften am Ende des Jahrzehnts zu Hunderttausenden gesucht werden. Philipp Kolo, Studienautor und Associate Director im Münchner Büro von BCG, zu den Aussichten: „Gebraucht werden Menschen in Berufen, die emotionale Intelligenz und menschliche Interaktion erfordern und nicht durch Automatisierung und Digitalisierung ersetzt werden können.“

Peter Nitsch

Philipp Kolo, BCG Partner & Associate Director

Zusammen mit einer Gehaltsdatenbank hat die Strategieberatung 35 Stellenprofile identifiziert, die 2030 besonders gefragt sein werden und eine hohe Bezahlung versprechen. Die bestbezahlte Stelle auf der Liste ist die einer Technischen Leitung, gefolgt von Internisten, Dermatologen und Hausärzten.

Die größten Personallücken sieht die Studie in mathematischen Berufen (Datenanalysten), der IT (Softwareentwicklung, Künstliche Intelligenz) und dem Ingenieurwesen. Die Stelle mit dem größten Einkommenszuwachs ist die des Cyber Security Analyst. Bis Ende des Jahrzehnts verdienen diese Fachkräfte 35 Prozent mehr als heute.

Green Jobs als Chance

Auch in Österreich werden Arbeitskräfte fehlen. Die von Statistik Austria veröffentlichte Bevölkerungsprognose geht zwar von einem Bevölkerungswachstum von 3,4 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) geht in diesem Zeitraum jedoch um 2,4 Prozent (140.000) zurück. Grund: Die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge gehen in den nächsten Jahren in Pension.

Eine Expertin des AMS bestätigt: „Insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen (Pflegekräfte und Ärzte), in technischen Berufen, im Bereich der Datensicherheit und im Tourismus werden in Österreich qualifizierte Arbeitnehmer stark gesucht werden. Klimapolitische Maßnahmen und Investitionen in erneuerbare Energien (Schlagwort Green Jobs und Green Economy) werden eine erhöhte Nachfrage an Arbeitskräften im hochqualifizierten Bereich bringen.“

Lebenslanges Lernen

Weiterbildung wird an Bedeutung gewinnen. „Die Geschwindigkeit der Veränderung hat zugenommen. Weitere revolutionäre Technologien werden kommen“, so Philipp Kolo. „Die Menschen müssen sich künftig querqualifizieren, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.“

Autor: 
Vanessa Haidvogl