Drei grüne Branchen mit Zukunft

Das vegane Unternehmen Beyond Meat ist nur ein Beispiel für eine nachhaltige Aktie, mit der man viel Geld verdienen kann.

Das beste Börsendebüt seit dem Jahr 2000: Der kalifornische Hersteller von fleischlosen Burgern, Beyond Meat, hat mit der Erstemission seiner Aktien Anfang Mai dieses Jahres denn Geschmack der Anleger exakt getroffen. Ein Plus von 163 Prozent legte die Aktie am ersten Handelstag hin. Und das, obwohl das Start-up Verluste schreibt und einen Quartalsumsatz von nur 67,3 Millionen Euro. An der Börse wird Beyond Meat derzeit mit dem 34-Fachen des Jahresumsatzes bewertet.

Wachstumschancen. Blickt man auf den fulminanten Kursanstieg der Beyond-Meat-Aktie, auf die hohe Bewertung des Unternehmens und die Verluste, scheint ein Einstieg derzeit nicht ratsam.

Für einen weiteren Kursanstieg spricht allerdings das starke Umsatzwachstum von 260 Prozent. Auch neue Kooperationen scheinen vielversprechend. So etwa testet McDonald’s in Kanada nun Burger von Beyond Meat.

Konkurrenz. Noch ist Beyond Meat allein in seinem Segment am Börsenparkett. Allerdings erwarten Analysten, dass das Start-up Nachahmer auf den Plan ruft. Diese könnten Beyond Meat einiges an Wachstum kosten. Analysten sind derzeit gespalten über die Zukunftsaussichten der Aktie. Die Experten von Barclays geben dem Titel ein „overweight“ mit Kursziel 185 Dollar. Derzeit notiert die Aktie bei 135 Dollar.

Mit der Kraft des Windes

Ein zentrales Thema des Klimaschutzes sind erneuerbare Energien. Der Ausbau von Wind-, Sonne- und Biomasseanlagen ist in ganz Europa ein wesentliches Klimaziel. Profitieren davon sollten Windanlagenbauer wie die deutsche Nordex AG oder die dänische Vestas AG. Bei einem Aktienkurs von derzeit 10,59 Euro je Aktie gibt die Mehrheit der Analysten eine klare Kaufempfehlung für die Nordex-Titel. Etwas anders bei Vestas: Hier sind die Analysten zurückhaltender. Anleger können sich mit einem Einstieg noch Zeit lassen, meinen sie. Die Aktie hat schon stark zugelegt.

Volatil. Einen geraden Aufwärtstrend dürfen Investoren in Wind-Aktien allerdings nicht erwarten. Das belegt auch ein Blick in die Vergangenheit. Die Aktien der beiden Windanlagenbauer haben eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Wer die Nordex-Aktie beim Börsegang 2001 gekauft und seither behalten hat, hat nichts gewonnen. Der Aktienkurs liegt derzeit nur wenig über dem Emissionsniveau. Die Vestas-Aktien dagegen haben sich in etwa verdoppelt.  

Chinesische Konkurrenz. Bei Windenergie können die europäischen Firmen noch punkten. Bei Solarenergie haben die Chinesen den Europäern den Rang längst abgelaufen. Investoren, die nach der Finanzkrise auf deutsche Sonnenenergieerzeuger gesetzt haben, haben herbe Verluste erlitten.

APA/AFP/SIMON MAINA

Profitieren vom Recycling

 Mit der Aktie des norwegischen Anbieters von Sortieranlagen für Müll, um Metalle oder Plastik herauszufiltern, konnten Investoren in den vergangenen Jahren gut verdienen. Der Kurs ist von 91,75 norwegischen Kronen auf 238,3 norwegische Kronen geklettert. Jetzt allerdings scheint kurzfristig die Luft draußen zu sein. Analysten empfehlen dennoch, die Aktie zu halten. Denn die Zukunft für Firmen, die im Bereich Recycling tätig sind, scheint rosa.

Weg vom Plastik. Der Trend zur Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen ist eindeutig. Vor alle seit China 2018 den Import von Plastikmüll, der unter anderem aus Deutschland kam, drastisch eingeschränkt hat, bleibt den Industrieländern nur eine Möglichkeit: Recycling. Allein in Deutschland fällt jährlich rund eine Million Tonnen Plastikmüll an, für dessen Abnahme sich immer weniger Länder finden. Von diesem Trend profitieren nicht nur Unternehmen wie Tomra sondern auch Maschinenbauer wie der Schweizer Sulzer-Konzern. Er erzeugt unter anderem Anlagen für Kunststoffrecycling.

REUTERS/WILLY KURNIAWAN

Bio-Verpackungen. Gewinner werden auch Unternehmen sein, die nachhaltige Alternativen zu Plastikverpackungen produzieren, so etwa die niederländische Corbion, die Kunststoffe, die auf Zucker basieren erzeugt. Diese Bio-Rohstoffe werden auch an die Industrie geliefert.

 

Autor: 
Irmgard Kischko