Hamburg feiert wieder Unternehmenskultur: Das war die NWX22

Hochkarätige Vortragende setzten auf der diesjährigen NWX wieder Impulse für die moderne Arbeitswelt.

Die Kulisse: spektakulär, der Ausblick: grandios, das Programm: vielfältig und zukunftsträchtig– so könnte man kurz und knapp die diesjährige New Work Experience in der Hamburger Elbphilharmonie beschreiben. Mehrere tausend Besucher sind an diesem Montag der Einladung der XING-Mutter New Work SE gefolgt, mit dem Ziel, sich die volle Ladung New Work-Inspiration abzuholen. Der KURIER war dabei und kann eines schon vorwegnehmen: Enttäuscht wurden die hohen Erwartungen keineswegs.

Schon zum Auftakt konnten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Punkt von ihrer Bucket List streichen: Schließlich konnte jeder im Saal anschließend behaupten, den Queen-Klassiker „We will rock you“ in der Elbphilharmonie gesungen zu haben.

Das Ende der Arbeit, wie wir sie kannten

In der Eröffnungsrede von Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht wurden dann gleich zu Beginn die Weichen für den kommenden Veranstaltungstag gestellt: "Wir erleben das Ende der Arbeit, wie wir sie kannten", behauptet er. Eine Aussage, die sich durch die ganze Veranstaltung zog. Unternehmensanthropologin Jitske Kramer etwa sprach in ihrer Keynote zum Thema "Work has left the building" die Veränderungen durch den "Kulturschock Corona" an. Sie ist der Meinung, dass das Fundament in der Beziehung zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten neu gelegt werden müsse. Der Bestsellerautor, Zukunftsforscher und ehemalige Kriegsberichterstatter Ben Hammersley sprach über soziale, politische, kulturelle, klimatische und epidemiologische Faktoren als relevante Entscheidungskriterien für die Strategien für Unternehmen.

Es wurde aber nicht nur vorgetragen sondern auch fleißig diskutiert. Um Sinnstiftung im Job drehte sich etwa das Panel "Zuviel Unsinn mit dem Sinn? Der Wert von Purpose in der Arbeit" unter anderem mit New Work SE-Chefin Petra von Strombeck. "Die Unternehmenskultur-Revolution ist in vollem Gange. Wir stehen in der Arbeitswelt vor einer Zeitenwende, bei der nur Unternehmen erfolgreich sind, die die Beschäftigten finden, die kulturell zu ihnen passen", sagt sie.

"Niemand will mehr gesagt bekommen, was er zu tun hat" 

"Wieviel new braucht work?" wollten Trigema-Chef Wolfgang Grupp, Arbeitsforscherin Jutta Rump und kununu-CEO Nina Zimmermann wissen. Während für den erfolgreichen Unternehmer alter Schule vor allem traditionelle Werte und Regeln für eine attraktive Unternehmenskultur sorgen und er Wert auf einen förmlichen Umgang legt, sind Rump und Zimmermann anderer Meinung. "Beschäftigte wollen heute mehr denn je mitbestimmen. Niemand will mehr gesagt bekommen, was er oder sie zu tun hat", meint die kununu-Chefin. 

Zudem bot die NWX Möglichkeiten zum Netzwerken und Austauschen. Und zahlreiche musikalische Live-Auftritte sorgten für die ausgelassene Festivalstimmung. "Es war uns ein Fest, im wahrsten Sinne des Wortes", resümiert Xing-Chefin von Strombeck. "Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit denen ich gesprochen habe, sind genau wie ich voller neuer Gedankenanstöße und Inspirationen wieder nachhause gegangen."

Autor: 
Theresa Kopper