Nachgefragt: Müssen wir wirklich am Sonntag Möbel kaufen, Herr Gütebier?

Der Geschäftsführer von Leiner/Kika Reinhold Gütebier spricht sich für eine Sonntagsöffnung vor Weihnachten aus. Seine Erwartungen und Wünsche.

KURIER: Müssen wir sonntags Möbeln kaufen?
Reinhold Gütebier: Es geht nicht darum, ob man an einem Sonntag Möbel kaufen muss, sondern wie wir der heimischen Wirtschaft wieder auf die Beine helfen können und verhindern, dass nur Amazon & Co. vom Lockdown profitieren. Außerdem würde sich auch die Kunden-Frequenz in den Geschäften besser verteilen. 

 
Welche Umsatzsteigerung erwarten Sie sich?

 Klar, wir haben entsprechende  Umsatzerwartungen. Es geht aber vor allem darum, damit jene Ausfälle zu kompensieren, die aufgrund des Lockdowns entstehen. Wir hoffen, mit zwei zusätzlichen Sonntagen, an die Umsätze des Vorjahres anknüpfen zu können. Denn die Onlineshops alleine können das nicht ausgleichen.

Was sagen ihre Mitarbeiter zu ihrem Vorschlag, am Sonntag arbeiten zu müssen?

Unsere MitarbeiterInnen verstehen die aktuellen Herausforderungen und wissen auch, dass das Weihnachtsgeschäft besonders wichtig ist für den gesamten Jahresumsatz. Die Arbeit am Sonntag wird aber jedenfalls auf freiwilliger Basis erfolgen, sollte eine Öffnung möglich sein. Keiner muss am Sonntag arbeiten, wir wissen aber, dass viele dazu bereit sind. Immerhin entgehen unseren MitarbeiterInnen durch den Lockdown auch Provisionen.

Sind Sie für eine generelle Sonntagsöffnung? 

Jein. Gerade für Familien ist ein gemeinsamer freier Tag in der Woche wichtig, daher bin ich für keine Öffnung an jedem Sonntag. Allerdings haben wir in Deutschland sehr gute Erfahrungen mit vier verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr gemacht – ein Modell, das ich mir auch für Österreich wünschen würde.

Autor: 
Claudia Weber