Warum mangelt es derzeit an Lebensmittelspenden, Herr Opriesnig?

Die „Team Österreich“-Tafeln klagen über einen Mangel an Lebensmittelspenden. Woher dieser kommt, erklärt Rotes Kreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig.

KURIER: Durch Initiativen zur Lebensmittelrettung haben sich die Waren, die Supermärkten übrig bleiben, minimiert. Welche Auswirkungen hat das auf die Tafeln?
Michael Opriesnig: Dieser Trend zur Lebensmittelrettung ist grundsätzlich zu begrüßen, dennoch stellt er uns in unserer Arbeit vor große Herausforderungen. Bei den „Team Österreich“-Tafeln geht es ja um armutsgefährdete Menschen, die von genau diesen nun eingesparten oder günstig verkauften Lebensmitteln leben.

 

Und von denen gibt es immer mehr?
Die Schere zwischen Bedarf und zur Verfügung stehenden Mengen öffnet sich . Kurzfristig bauen wir deshalb etwa auf die Unterstützung des Handels. Auch Spendensammeltage sind für uns wichtige Quellen. Gleichzeitig intensivieren wir Maßnahmen, Warenspenden direkt vom Produzenten zu bekommen. Was uns allerdings vor neue Herausforderungen wie die Logistik stellt.

 

Was fehlt aktuell?
Engpässe gibt es bei länger haltbaren Nahrungsmitteln, weil diese seltener zur Verfügung gestellt werden. Aber auch frisches Ost und Gemüse sind derzeit Mangelware.
Autor: 
Theresa Kopper